DGV-Vorgabensystem 2012 – 2015 -HANDICAP-

Aktive Vorgaben und inaktive Vorgaben
Erspielt ein Spieler mindestens vier vorgabenwirksame Ergebnisse im Jahr, so hat er seinem Heimatclub im Sinne der Grundlagen des DGV-Vorgabensystems ausreichende Informationen über sein wirkliches Spielpotenzial nachgewiesen. Seine Stammvorgabe kann ordnungsgemäß, d. h. tatsächlich aktuell und genau genug geführt werden. Eine solche Vorgabe auf Basis von mindestens vier Ergebnissen gilt als „aktiv“,anderenfalls gilt die Vorgabe im Sinne des Vorgabensystems als „inaktiv“.Letzteres bedeutet nicht etwa, dass diese Vorgaben nicht gültig wären. Nur aktive Stammvorgaben jedoch können durch die jährliche Überprüfung bestätigt oder angepasst werden. Eine nicht aktive DGV-Stammvorgabe kann, je nach Entscheidung der Spielleitung, mitunter nicht dazu berechtigen, in Konkurrenz an bestimmten Wettspielen teilzunehmen und sollte eher zu privatem Spiel genutzt werden.Um eine nicht aktive Vorgabe wieder als aktiv geführt zu bekommen, sind drei vorgabenwirksame Ergebnisse notwendig.
 
Jährliche Überprüfung von DGV-Vorgaben
Der Vorgabenausschuss jedes DGV-Mitglieds überprüft nach Abschluss der Spielsaison zum Jahresende die DGV-Stammvorgaben bzw. Clubvorgaben seiner Mitglieder daraufhin, ob sie das tatsächliche Spielpotenzial wiedergeben. Für eine richtige und faire jährliche Überprüfung seiner DGV-Stammvorgabe werden von jedem Spieler mindestens vier vorgabenwirksame Ergebnissezwischen zwei aufeinander folgenden jährlichen Überprüfungen benötigt. Diese Vorgaben werden im Vorgabenstammblatt als „aktiv“ gekennzeichnet, um zu dokumentieren, dass die Vorgabe aufgrund einer ausreichenden Anzahl von Daten hinreichend aussagekräftig das Spielpotenzial widerspiegelt. „No return“ zählt zu der Mindestanzahl von vier Ergebnissen hinzu,wenn diese Ergebnisse in Stableford-Nettopunkte umgerechnet wurden.
 
Herauf- bzw. Herabsetzungen der DGV-Vorgabe durch den Vorgabenausschuss
Gelangt der Vorgabenausschuss des Heimatclubs eines Spielers zu der begründeten Überzeugung, dass die DGV-Stammvorgabe bzw. die Clubvorgabe des Spielers ein falsches Bild von dessen tatsächlichem Spielpotenzial vermittelt, so hat der Vorgabenausschuss die DGV-Stammvorgabe des Spielers angemessen und um mindestens einen vollen Schlag herauf- bzw. herabzusetzen.  Bei den Herauf- bzw. Herabsetzungenzieht der Vorgabenausschuss sämtliche verfügbaren Informationen zum Spielpotenzial des Spielers in Betracht, insbesondere
• die Häufigkeit der vom Spieler gespielten Runden,
• die Häufigkeit der vom Spieler gespielten Runden im Verhältnis zu den eingereichten 4 vorgabenwirksamen Ergebnissen,
• die Anzahl der in jüngster Zeit erzielten vorgabenwirksamen Ergebnisse, in denen nicht nur die Vorgabe bestätigt oder unterspielt wurde, sondern auch die Ergebnisse in der Pufferzone oder schlechter,
• Leistungen des Spielers in Lochwettspielen, Vierball-Zählwettspielen oder anderen nicht vorgabenwirksamen Wettbewerben.  
 
Hintergrund von Herauf- und Herabsetzung sowie der jährlichen Überprüfung der Vorgaben
Es ist  die Aufgabe des heimischen Vorgabenausschusses, das Handicap des Spielers daraufhin zu überprüfen, ob es (noch) passt. Nur so kann die Chancengleichheit beim Spiel um einen Nettopreis erreicht werden.  Bei den allermeisten Golfspielern ist ein Eingriff infolge der Überprüfung nicht nötig. In der Regel verändert sich die Vorgabe aufgrund der gespielten vorgabenwirksamen Ergebnisse sozusagen „von allein“ nach oben oder nach unten. Da die Herauf- bzw. Herabsetzung jedoch nur in kleinen Schritten erfolgt, verändert sich bei einigen Golfern das Spielpotenzial schneller, als es das System durch die automatische Berechnung ausdrücken kann. Betroffen sind besonders Jugendliche, aber auch Senioren oder junge Berufstätige, die seltener spielen und dadurch die frühere Leistung nicht mehr erreichen können. Hier ist der Vorgabenausschuss berufen, dem Fairplay-Gedanken Geltung zu verschaffen. Haben Sie unabhängig davon das Gefühl, Sie spielen dauerhaft sehrviel besser oder schlechter, als Ihr Handicap dies ausdrückt, scheuen Sie sich nicht, den zuständigen Vorgabenausschuss Ihrer Golfanlage selbst anzusprechen.Der Vorgabenausschuss kann nur dann tätig werden, wenn ausreichende Hinweise auf Ihr wirkliches Spielpotenzial vorliegen. Dazu sind mindestens vier vorgabenwirksame Ergebnisse pro Jahrnotwendig. Nur diese mindestens vier Ergebnisse machen eine Vorgabe nach dem DGV-Vorgabensystem zu einem „aktuellen“ Handicap, das auch angepasst werden kann. Wer keine vorgabenwirksamen Runden spielt, der „konserviert“ zwar seine Vorgabe, hat jedoch dadurch kein plausibles aktuelles Handicap und könnte daher (nach Entscheidung der Spielleitung) sogar vom Spiel um Nettopreise (nimmt man den Fairplay-Gedanken ernst) ausgeschlossen